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Pressemitteilung

TIMSS 2019: Gute Noten für die Un­ter­richts­qua­li­tät in Ma­the­ma­tik und Sachkunde

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Wie ist es um die Un­ter­richts­qua­li­tät in deutschen Grund­schu­len im Ma­the­ma­tik- und Sachunterricht bestellt? Die „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) 2019 zeigt, dass Viertklässlerinnen und Viertklässler die Qua­li­tät grundsätzlich positiv ein­schät­zen, das heißt, sie be­wer­ten die Klassenführung gut, fühlen sich von ihrer Lehrkraft konstruktiv un­ter­stützt und wer­den im Schnitt aus­rei­chend kognitiv gefordert. Bei der leistungsbezogenen Differenzierung zwischen den Schü­le­rin­nen und Schülern ist allerdings noch Verbesserungspotenzial vorhanden.

Für den Lernerfolg von Schü­le­rin­nen und Schülern ist qualitätsvoller Un­ter­richt zentral. Doch wodurch zeichnet sich dieser aus? Dieser Fra­ge ging ein Team am Institut für Schul­ent­wicklungs­forschung an der TU Dort­mund im Rah­men der großen Bildungsvergleichsstudie „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS), die unter der wis­sen­schaft­lichen Leitung von Prof. Dr. Knut Schwippert von der Uni­ver­si­tät Hamburg durch­ge­führt wird, nach. Auf Grundlage einer für Schü­le­rin­nen und Schüler in Deutsch­land repräsentativen Stichprobe wurden wichtige Erkennt­nisse dazu ge­won­nen, wie Viertklässlerinnen und Viertklässler sowie Lehrkräfte die Qua­li­tät des Ma­the­ma­tik- bzw. naturwissenschaftsbezogenen Sachunterrichts in Deutsch­land wahrnehmen.

Positive Bewertung von Klassenführung, kognitiver Aktivierung und konstruktiver Unter­stütz­ung

In TIMSS 2019 bewerteten die Lernenden sowohl den Ma­the­ma­tik- als auch den naturwissenschafts-bezogenen Sachunterricht positiv. Die Schülereinschätzungen fallen im Vergleich zu dem TIMSS-Zyklus 2015 jedoch et­was kritischer aus. Außerdem zeigen sich Un­ter­schie­de zwischen den Lernenden: Leistungsstärkere Lernende nehmen im Mittel im Vergleich zu leistungsschwächeren Lernenden die Klassenführung und konstruktive Unter­stütz­ung als höher ausgeprägt wahr, wäh­rend sich leistungsschwächere Schü­le­rin­nen und Schüler im Un­ter­richt stärker kognitiv aktiviert fühlen.

Gute Noten für die Motivierungsqualität

Erstmals wurde in der Vergleichsstudie auch das Merkmal „Motivierungsqualität“ un­ter­sucht, also die Fra­ge danach, wie gut eine Lehrkraft die Schü­le­rin­nen und Schüler in ihrem Un­ter­richt motivieren kann. Die Studie zeigt, dass die Motivierungsqualität in beiden Fächern von Grund­schul­kin­dern als hoch erlebt wird. Über 65 Pro­zent der Kinder sind der Meinung, dass ih­re Ma­the­ma­tik- bzw. Sachunterrichtslehrkraft bei­spiels­weise interessante Inhalte auswähle. Dies sei ein erfreuliches Ergebnis, so Nele McElvany, Geschäftsführende Direktorin am Institut für Schul­ent­wicklungs­forschung an der TU Dort­mund und wis­sen­schaft­liche Lei­te­rin der Teilstudie Un­ter­richts­qua­li­tät, denn: „Für den Lernprozess ist die Motivierungsqualität des Unterrichts von Be­deu­tung, da sie positiv mit zen­tra­len motivationalen Merkmalen, wie zum Beispiel der intrinsischen Motivation der Lernenden für das Unterrichtsfach, verbunden ist.“ Anders ausgedrückt: Wenn ein Kind sich für ein Fach begeistern kann, fällt das Ler­nen leichter und die Ausdauer ist größer, auch bei schwierigen Aufgaben die Lö­sung zu suchen.

Heterogene Klassen und leistungsbezogene Differenzierung

Das gemeinsame Ler­nen in Grundschulklassen ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Schü­le­rin­nen und Schüler in ihren Lernvoraussetzungen und -bedürfnissen un­ter­schei­den. Für Lehrkräfte bedeute dies, dass sie den Spagat meistern müssen, anspruchsvollen Un­ter­richt sowohl für lernschwächere als auch für lernstarke Kinder anzubieten, so Bil­dungs­for­sche­rin McElvany. Bei der TIMSS 2019 Un­ter­su­chung zeigte sich nun, dass die leistungsbezogene Differenzierung in den Unterrichtsfächern unterschiedlich ausfällt: Während mehr als die Hälfte der Lernenden von Mathematiklehrkräften unterrichtet wird, die die Differenzierung für leistungsstärkere und -schwächere Schü­le­rin­nen und Schüler in ihrem eigenen Un­ter­richt als hoch ausgeprägt ein­schät­zen, fällt der Anteil der Lernenden, deren Sachunterrichtslehrkräfte die leistungsbezogene Differenzierung im eigenen Un­ter­richt als hoch ausgeprägt einstufen, im naturwissenschaftsbezogenen Sachunterricht geringer aus. Eine mögliche Erklärung der Autorinnen der Teilstudie: Im Ma­the­ma­tik­un­ter­richt sei es einfacher, unterschiedlich schwierige Aufgaben zu stellen, wäh­rend es im naturwissenschaftsbezogenen Sachunterricht möglicherweise schwieriger sei, gleichzeitig unterschiedlich anspruchsvolle Experimente durch­zu­führen.

Folgerungen für die Zukunft: Die Chancen der Di­gi­ta­li­sie­rung auch für den Grundschulunterricht nut­zen

Auf Grundlage der aktuellen Er­geb­nisse der TIMS-Studie 2019 wird deutlich, dass im Hinblick auf ver­schie­de­ne Gestaltungsaspekte des Unterrichts Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Der Un­ter­richt müsste zum Beispiel weiter individualisiert wer­den, um sowohl auf leis­tungs­star­ke als auch auf -schwache Kinder angemessen einzugehen. Die zunehmende Di­gi­ta­li­sie­rung bietet hier auch für Grund­schu­len viel­ver­sprechende neue Ansätze und Mög­lich­keiten für Diagnostik, Vermittlung und gezielte För­de­rung. Dies sei laut Nele McElvany aber nicht ohne Qualifi­zierung mög­lich: „Die Professionalität von Lehr­kräf­ten muss weiter gestärkt wer­den. Dazu ist es notwendig, die Aus- und Fort­bil­dun­gen im Bereich des adaptiven Unterrichtens, aber auch im Bereich der Ar­beit mit di­gi­ta­len Me­di­en weiter auszubauen und zu verbessern.“

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