Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten
Wissenschaftliche Arbeiten entstehen nicht zufällig. Hinter jeder Bachelor-, Master- oder Abschlussarbeit steht eine fachliche Betreuung und Begutachtung.
Viele Studierende erleben die Suche nach einer Betreuung zunächst als schwierig. Häufig entsteht dabei der Eindruck, es gäbe zu wenige Betreuungsmöglichkeiten oder freie Plätze.
Tatsächlich setzt sich dieser Eindruck aus verschiedenen Faktoren zusammen: unterschiedlichen fachlichen Zuständigkeiten, individuellen Arbeitsweisen der Lehrenden, organisatorischen Abläufen und persönlichen Erfahrungen, die häufig weitergegeben werden.
Das Ziel ist nicht, möglichst schnell eine prüfungsberechtigte Person zu finden. Ziel ist es, eine fachlich passende Betreuung für das eigene Thema zu finden. Die Suche nach einer Betreuung ist daher Teil der wissenschaftlichen Themenentwicklung.
Betreuung und Begutachtung werden im Studienalltag häufig gleichgesetzt, beschreiben jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Während der Betreuung wird die wissenschaftliche Arbeit inhaltlich begleitet. Die Begutachtung erfolgt nach der Abgabe anhand der Prüfungsordnung.
Je nach Studiengang übernehmen Erst- und Zweitgutachtende unterschiedliche Aufgaben. Wer welche Rolle übernehmen darf, richtet sich nach den jeweiligen Prüfungsordnungen und den hochschulrechtlichen Vorgaben.
Im Prinzip kann Sie jede/r Lehrende aus der Fakultät mit einem Masterabschluss oder höher betreuen. Für einige Studiengänge gelten weitere Regeln, beispielsweise muss in den Fachstudiengängen Erziehungswissenschaft eine/r der beiden GutachterInnen muss mindestens habilitiert sein. Auch diese Regeln entnehmen Sie der jeweiligen Prüfungsordnung und den hochschulrechtlichen Vorgaben.
Damit stehen Studierenden zahlreiche mögliche Betreuungspersonen zur Verfügung. Welche Person fachlich am besten passt, hängt vom Thema der Arbeit ab.
Die Fakultät verfügt über zahlreiche Lehrbereiche mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten.
Dadurch bestehen vielfältige Möglichkeiten, passende Betreuungspersonen für unterschiedliche Themen zu finden. Beachten Sie, dass Sie durch Lehrveranstaltungen nur einen Bruchteil der Lehrenden kennenlernen. Scheuen Sie sich daher nicht auch Ihnen zunächst unbekannte Personen unabhängig vom Bekanntheitsgrad in Ihrem engeren Umfeld anzusprechen.
Wissenschaftliche Betreuung ist kein vollständig standardisierter Prozess.
Lehrende unterscheiden sich beispielsweise darin,
- wie Themen entwickelt werden,
- welche Unterlagen sie für ein erstes Gespräch erwarten,
- ob zunächst eine Sprechstunde oder eine E-Mail vorgesehen ist,
- welche fachlichen Schwerpunkte betreut werden.
Deshalb lohnt sich vor einer Kontaktaufnahme immer ein Blick auf die Webseiten des jeweiligen Lehrbereichs. Viele Fragen lassen sich dort bereits beantworten.
Je nach Lehrgebiet kann die Suche nach einer Betreuung unterschiedlich organisiert sein. Während in vielen Bereichen die Kontaktaufnahme direkt mit einer Lehrperson erfolgt, stellt die Psychologie ihre Themen für Abschlussarbeiten zentral auf einer Übersichtsseite bereit.
Ausgangspunkt sollte möglichst das Thema Ihrer Arbeit sein – nicht allein die Frage, welche Lehrveranstaltung Sie bereits besucht haben.
Viele Studierende beginnen ihre Suche bei Personen, die sie bereits aus Lehrveranstaltungen kennen. Sinnvoller ist es jedoch, zunächst vom Thema auszugehen. Dadurch wird häufig ein deutlich größerer Kreis möglicher Betreuungspersonen sichtbar.
Überlegen Sie zunächst,
- welche Themen Sie interessieren,
- welche Lehrbereiche sich damit beschäftigen,
- welche Lehrenden fachlich passen könnten.
- Anschließend informieren Sie sich auf den jeweiligen Webseiten über fachliche Schwerpunkte und Hinweise zur Betreuung.
Wenn Sie sich unsicher sind, wer was lehrt bzw. in welchem Arbeitsfeld agiert, können Sie wie folgt vorgehen:
Die Fakultät besteht aus fünf Instituten, die jeweils größere Lehrbereiche (Teildisziplinen) abdecken (https://ep.tu-dortmund.de/fakultaet/institute/). Jedes der Institute besteht wiederum aus Professuren/Lehrstühlen bzw. Arbeitseinheiten, die jeweils in spezifischeren Themenfeldern agieren. Die Personen, die Sie dort jeweils finden sind in der Regel mit einer entsprechenden Zugehörigkeit (z. B. Professur oder Mitarbeiter) ausgewiesen. Auf den Webseiten dieser Personen finden Sie die entsprechenden Informationen.
Vorbereitung der Kontaktaufnahme
Checkliste
☐ Thema oder Fragestellung grob formulieren
☐ passenden Lehrbereich auswählen
☐ Webseiten gelesen
☐ Hinweise zur Kontaktaufnahme beachten
☐ Studiengang, Matrikelnummer, Fachsemester und Abschluss bereithalten
☐ erstes Exposé vorbereiten (wenn gewünscht)

Einige Lehrende wünschen zunächst eine E-Mail, andere vergeben Termine über ihre Sprechstunden oder bitten bereits um ein kurzes Exposé.
Orientieren Sie sich deshalb möglichst an den Informationen auf den jeweiligen Webseiten.
Falls dort keine besonderen Hinweise vorhanden sind, genügt zunächst eine kurze Anfrage mit Angaben zu
- Studiengang,
- Abschluss,
- geplanter Bearbeitungszeitraum,
- Themenidee bzw. Themengebiet.
Realistische Erwartungen erleichtern die Zusammenarbeit. Lehrende bearbeiten Betreuungsanfragen in der Regel nicht sofort, sondern neben vielen weiteren Aufgaben. Planen Sie daher mindestens eine Woche für eine erste Rückmeldung ein.
Nicht jede erste Anfrage führt unmittelbar zu einer Betreuungszusage. Das gehört zum wissenschaftlichen Arbeitsprozess.
Beispielsweise kann es sein, dass
• ein Thema noch weiter eingegrenzt werden sollte,
• eine andere Lehrperson fachlich besser geeignet ist,
• zunächst ein Exposé gewünscht wird,
• aktuell keine Betreuung übernommen werden kann.
Eine solche Rückmeldung ist keine Bewertung Ihrer Person oder Ihres Themas, sondern meist Ausdruck fachlicher oder organisatorischer Rahmenbedingungen.
Ich muss die Lehrperson bereits kennen.
Nein. Viele Betreuungen entstehen über eine erste Kontaktaufnahme.
Ich brauche sofort ein vollständig ausgearbeitetes Thema.
Häufig genügt zunächst eine erste Themenidee.
Ich darf nur Lehrende anschreiben, bei denen ich bereits eine Veranstaltung besucht habe.
Entscheidend ist vor allem die fachliche Passung.
Wenn eine Lehrperson absagt, bedeutet das, dass mein Thema ungeeignet ist.
Nein. Absagen können viele fachliche oder organisatorische Gründe haben.
Alle Lehrenden betreuen wissenschaftliche Arbeiten auf die gleiche Weise.
Nein. Arbeitsweisen und Erwartungen unterscheiden sich.
Je früher ich jemanden frage, desto besser.
Ein früher Kontakt kann sinnvoll sein. Wichtiger als der Zeitpunkt ist jedoch, dass Thema und Betreuung fachlich zusammenpassen.
Die Suche nach einer gutachtenden Person gleicht einem Wettlauf um begrenzte Plätze.
Dieser Eindruck entsteht häufig. Tatsächlich verteilen sich Betreuungen auf viele Lehrbereiche. Da Studierende meist nur einen kleinen Teil der Lehrenden persönlich kennen und Empfehlungen häufig innerhalb desselben Personenkreises weitergegeben werden, geraten viele mögliche Betreuungspersonen gar nicht erst in den Blick.





