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Auftakttreffen des Exzellenzclusters CCE mit IFS-Beteiligung

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Das IFS führt im Rahmen des Exzellenzclusters CCE eine Interventionsstudie durch, um zu untersuchen, wie junge Menschen für MINT gewonnen werden können.

Zum Auftakt der gemeinsamen Arbeit des Exzellenzclusters „Center for Chiral Electronics“ (CCE), das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert wird, trafen sich rund 100 Beteiligte der drei antragstellenden Universitäten Halle-Wittenberg, FU Berlin und Regensburg sowie der Beteiligten Institutionen Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und TU Dortmund für drei Tage zum fachlichen Austausch. 

Im Mittelpunkt der Forschung des Clusters steht Chiralität. Chiralität bezeichnet die Eigenschaft eines Objekts, das nicht mit seinem Spiegelbild zur Deckung gebracht werden kann – genau wie die linke und die rechte Hand. In der Natur ist Chiralität ein grundlegendes Gestaltungsprinzip, das strukturelle Stabilität und Gerichtetheit verleiht. Am CCE wird untersucht, wie sich dieses Prinzip in elektronischen Systemen nutzen lässt – und dadurch neue Funktionalitäten, Materialien und Bauelemente ermöglicht werden können. 

Nicht nur dieses Thema macht deutlich, wie wichtig Physik für viele Felder moderner Gesellschaften ist und somit einen Schlüssel für Innovation, technologischen Fortschritt und die Lösung globaler Herausforderungen darstellt. Dennoch wählen nicht genug junge Menschen Physik in der Oberstufe oder als Studienfach und verschiedene Gruppen wie Frauen oder junge Menschen aus sozial weniger privilegierten Familien sowie mit Zuwanderungshintergrund sind bisher systematisch unterrepräsentiert. Viele Potenziale bleiben somit aktuell ungenutzt. Beim Auftakttreffen stellte Professorin Nele McElvany vom Institut für Schulentwicklungsforschung gemeinsam mit Kolleg*innen aus der Physikdidaktik von den Universitäten Halle-Wittenberg (Professorin Thorid Rabe) und Regensburg (Professor Karsten Rincke) den theoretischen und empirischen Forschungsstand zu den vorhandenen Disparitäten und den Bedingungsfaktoren der Kurs- und Studienfachwahlen junger Menschen sowie das darauf aufbauende Projekt “Physics Outreach in Schools: Evaluating New Interventions for Excellence” (PHOENIX) vor.

Das Projekt PHOENIX

Während des siebenjährigen Förderzeitraums des Exzellenzclusters wird in dem Projekt PHOENIX eine international einzigartige psychologische längsschnittliche Interventionsstudie mit über 1.500 Schüler*innen in mehreren Bundesländern durchgeführt. Zentraler Ausgangspunkt der experimentellen Studie mit unterschiedlichen Interventions- und einer Kontrollbedingung ist die Erkenntnis, dass es nicht ausreicht, jungen Menschen Physik als interessant nahezubringen, wenn sie gleichzeitig Physik oder allgemein Naturwissenschaften bewusst oder unbewusst nicht als vereinbar mit ihrer eigenen Identität und als individuell bedeutsam wahrnehmen. Aufbauend auf etablierten psychologischen und fachdidaktischen Konzepten wird vor diesem Hintergrund ein jährliches Interventionsprogramm entwickelt, implementiert und evaluiert, bei dem die Schüler*innen ab der neunten Klasse bis nach ihrem Schulabschluss begleitet werden.

Die Forschenden erwarten sich durch die Studie umfassende Erkenntnisse dazu, welche Ansätze am wirksamsten für proximale und distale Outcomes wie motivationale und leistungsbezogene Merkmale sowie Kurs- und Studienfachwahlen sind, welche Wirkmechanismen greifen und welche differenziellen Wirkungen für unterschiedliche Schüler*innengruppen auftreten. 

Das PHOENIX-Team

An der TU Dortmund wird das interdisziplinäre Projektteam durch Juniorprofessorin Justine Stang-Rabrig, Dr. Elisabeth Graf und Carolin Horsthemke, M.A. ergänzt. PHOENIX wird durch ein internationales Scientific Advisory Board begleitet und steht in engem Austausch mit dem Exzellenzcluster „Color meets Flavor“ an der TU Dortmund.

Weitere Informationen: PHOENIX-Projektwebseite und Center for Chiral Electronics

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